Evangelische Kirchengemeinden Mahlow Glasow
Chronik

In dieser Reihe wollen wir die Geschichte der Kirchen in Mahlow und Glasow näher darstellen. Der Ortschronist, Herr Christlieb Ludwig, stellt uns freundlicherweise seinen Fundus zur Verfügung. Dafür gleich am Anfang unseren herzlichen Dank.
Chronik der Gemeinden (Teil 1)
Chronik der Gemeinden (Teil 2)
Chronik der Gemeinden (Teil 3)
Chronik der Gemeinden (Teil 5)
Chronik der Gemeinden (Teil 6)
Chronik der Gemeinden (Teil 7)
Chronik der Gemeinden (Teil 8)
Chronik der Gemeinden (Teil 9)
Chronik der Gemeinden (Teil 10)
Chronik der Gemeinden (Teil 11)

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Chronik der Gemeinden (Teil 1)

Das Bild auf der Titelseite dieses Gemeindebriefes stammt aus dem Jahr 1941 und zeigt den Apostel Johannes. Diese Figur gehört in die Glasower Kirche. Es gab dazu noch eine zweite, die den Apostel Petrus darstellte. Diese und weitere Gegenstände wurden bei einem Einbruch im November 1991 gestohlen. Dazu gehörten die alte Altarbibel, die Kanne für das Taufwasser und das Kruzifix vom Altar. Der Kirche ist durch den Einbruch ein großer Verlust entstanden. Diese Gegenstände sind nicht wieder aufgetaucht. 

In diesem ersten Beitrag wollen wir einige allgemeine Informationen geben. Die heutige Gemeinde Mahlow besteht aus ursprünglich zwei selbständigen Gemeinden. Dies waren die Gemeinden Mahlow und Glasow. Im Jahr 1950 wurden diese durch Gesetz der damaligen Regierung des Landes Brandenburg (Regierungsbeschluß zur Durchführung des Gesetzes über die Änderungen zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 06. Juni 1950) zu einer Gemeinde mit dem Namen Mahlow zusammengelegt. Der Name Glasow hat sich bisher erhalten und war auch auf den Ortseingangsschildern des Dorfes Glasow bis 1998 noch zu finden. Heute wird der Name Glasow überwiegend
für das Dorf benutzt. Die ehemalige Gemarkungsgrenze reicht jedoch weit bis an die Dresdner Bahn heran. So befindet sich die Verkaufseinrichtung der BHG auf Glasower Territorium und auch die ehemalige Gaststätte Florapark gehörte zu Glasower Gemarkung. Etwa der Verlauf der heutigen Rathenaustraße bildete die westliche Grenze von Glasow im heutigen Gemeindegebiet. 

In beiden Gemeinden gab es je eine evangelische Kirchgemeinde, die unterschiedliche Entwicklungen durchlebten. Jede Gemeinde hatte und hat ihren eigenen Gemeindekirchenrat. Der Zwangszusammenschluß der beiden politischen Gemeinden führte nicht zu einem Zusammenschluß der Kirchgemeinden. Diese sind heute noch selbständig. 

Die Geschichte der Kirchgemeinde Glasow und ihrer Kirche ist bislang umfangreicher erforscht. Die Geschichte der Kirche Mahlow befindet
sich in der Aufarbeitung. Deshalb beginnen wir die Reihe zur Geschichte der Gemeinden mit Glasow. 

Glasow wird erstmalig 1375 als Glase erwähnt. In diesem Jahr ist also das 625 jährige Jubiläum der ersten Ortserwähnung. Der Ort selbst wird wohl älter sein. Es hatte zur damaligen Zeit 43 Hufen. Die Hufe ist ein altes Flächenmaß und hatte zwischen 7,5 und 15 ha. Im Verlauf der Jahrhunderte hatte das Dorf verschiedene Besitzer. Im Jahr 1652 waren außer dem Hof des Schulzen alle Bauernhöfe wüst, die Kossätenhöfe aber besetzt. Dies waren die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges. 

Die jetzt vorhandenen frühesten Aufzeichnungen zur Kirche Glasow stammen aus dem Jahr 1600. In diesem Jahr legte Pastore Ern. Christian Gabatt das Buch "Kirchenrechnung zu Glasowi im Filiall" an. Glasow hatte keinen eigenen Pfarrer, sondern wurde von Jühnsdorf aus betreut. Es enthält die Kirchenrechnung von 1600 bis 1793 und das Kirchenregister ab 1688. 

Es ist schon ein eigenartiges Gefühl ein solches Buch in den Händen zu halten und noch schwieriger es zu lesen. Wir wollen nun ein wenig darin blättern. So finden wir im Jahr 1603, daß die Kirchhofmauer (nicht die heutige, sondern ein Vorgänger) ausgebessert wurde und 1605 wurden Dachsteine und Kalk gekauft, was auf eine Ausbesserung des Kirchendaches schließen läßt. 

Im Jahr 1611 finden wir den Hinweis, daß Pfarrer Christian Gabatt aus der deutschen Bibel, die in der Kirche war, alle Sonntage ein Kapitel vorzulesen hatte. 

Aus der Bibel wird auch heute noch am Sonntag vorgelesen. Sie sind herzlich eingeladen, sich selbst einen Eindruck von unseren Kirchen zu machen.

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Chronik der Gemeinden (Teil 2)

Ein neuer Pfarrer – Joachimus Tile – hat 1640 den Pfarrsprengel Jühnsdorf und Glasow übernommen. Er schreibt, daß er 1640 das erste Mal in Glasow Kirchenrechnung gehalten hat und feststellen mußte, daß 1638/39 keine Kirchenrechnung durchgeführt wurde und auch die alten Kirchenvorsteher verstorben waren. Daher hat er mit noch lebenden Leuten, die von der Angelegenheit etwas wußten, die Kirchenrechnung in Ordnung gebracht. Er stellte fest, daß 1636 etwas an der Kirche "gebauet und gebessert" wurde. Leider schreibt er nicht, was gebaut wurde. Weil der Barvorrat an Geld der Kirche für diese Baumaßnahmen nicht reichte, hat der Müller der Kirche 15 Taler vorgestreckt. Der Müller mußte Pacht für die Mühle und sein Land bezahlen und so wurde diese Summe über Jahre verrechnet. Es ist also keine Erscheinung der Neuzeit, daß die Kirchenkassen leer sind.

1641 werden ein neuer zinnerner Kelch und eine Patene angeschafft. Ein Jahr später wird vermerkt, daß die Gelder der Kirche beim Müller verwahrt werden. Ein rotes Tuch wird 1646 angeschafft, daß "bei der communion zu gebrauchen"
sei. Einnahmen aus dem Klingelbeutel werden erstmals 1652 erwähnt. Bereits 1641 wird aber schon Opfergeld abgerechnet.

1654 wurde eine weitere Reparatur der Kirche vorgenommen. Es sind größere Ausgaben für den Maurer, den Handlanger, Kalk, Farbe, 60 Hollsteine von der Blankenfelder Kirche und eine Tonne Bier vermerkt. Außerdem findet man noch die Position "1 Groschen, 9 Pfennige Bier beym Verdingen mit dem Maurer". 1658 erhielt der "abgebrannte Pfarrer von Lindenberg" 6 Groschen. Von 1666 bis 1670 finden wir Ausgaben für "abgebrannte und vertriebene Leute". 1663, 1672 und 1676 sind wieder Bauarbeiten an der Kirche vermerkt. 1678 und 1679 finden wir nochmals Ausgaben für vertriebene Leute aus Pommern und dem Havelland. Diese Vertreibungen hingen mit den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Königreich Schweden und dem Kurfürstentum Brandenburg zusammen.

Das Kirchengestühl wird 1693 erneuert. In diesem Zusammenhang ist eine Festlegung der beiden Patrone von Glasow, Ernst Ludwig von der Gröben und Georg von der Lieppen aus dem Jahr 1694 interessant. Da heißt es:
"Ingleichen ist verabredet worden, daß diejenigen, welche hiesigen Ortes neu anbauen, sollen zum Kirchstühl, die voriges Jahr neu aufgebaut seyn, der Kirche geben 1 Thaler, gleich wie die Einwohner von Glasow schon vorher erlegt
haben." Erstmals ist 1697 die Zahlung von 1 Thaler durch Hanß Kuhlmey für das Kirchengestühl vermerkt.

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Chronik der Gemeinden (Teil 3)

Das Jahr 1697 brachte der Kirche einige wertvolle Geschenke. Ernst Ludwig von der Gräben schenkte einen "übergoldeten silbernen Abendmahlskelch mit einer dazugehörigen Paters. Beide Geräte werden noch heute bei Abendmahlsfeiern genutzt. Frau von der Gräben schenkte dazu ein "schön braun Taffettüchlein mit silbernen Kanten umnähet" um bei der Austeilung des heiligen Abendmahles unter den Kelch zu halten. Im Kirchenbuch heißt es weiter: "Michael Fores, des hiesigen Erbmüllers weyland Georg Foras nachgelassener ehelicher Sohn itzo vornehmer Bürger und Handelsmann in Cöln an der Spree, hat verehrst einen grünen Samtklingelbeutel mit güldenen Fransen umnähet." Leider ist dieser Beutel nicht mehr vorhanden. E. Blankenburg, ein vornehmer Bürger und Brauar ans Cöln en der Spree, spendete der Kirche 2 Leuchter, die noch vorhanden sind. Warum der Kirche gerade im Jahr 1697 so iele Schenkungen gemacht wurden, ist unbekannt. Der damalige Pfarrer Andreas Biltz schloß die Eintragungen über diese Spenden mit folgenden Worten: "Gott lasse es ihnen allerseits i ihrer Nehrung nicht mangeln, sondern beschere alles vielfältig wieder an Leib und Seele." 1700 mußte die Gemeinde auf eine kurfürstliche Verordnung hin 18 Groschen zum Bau des Armenhauses geben.
Im Jahr 1706 wurden an der Kirche Reparaturen ausgeführt. Leider ist nicht genau beschrieben, im Einzelnen erneuert wurde. Als Handwerker sind ein Maurer, ein Tischler und ein Glaser erwähnt. Der Maurer mußte 5 Fenster brechen und Putzarbeiten ausführen. Die Gesamtausgaben von 77 Thalern und 22 Groschen überstiegen die damaligen finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde. Zum Schluß der Aufzeichnung heißt es: "Es haben aber einige gute Freunde etwas dazu geschenkt und weil man solches nicht gewiß weiß, wird hier nur gemeldet, daß die Kirche dem Herrn Capt. Lt. von der Lieppen 13 Thaler, 4 Groschen, so er baar vorgeschossen, schuldig bleibet."

In dieser Zeit wer es üblich, eine größere Anzahl von Paten zur Taufe eines Kindes zu bitten. So findet man Angeben über Taufen mit 15 - 20 Taufpaten. Diese Paten stemmten meistens aus gutsituierten Familien.
Unter der Jahresabrechnung für 1707 findet sich folgende Eintragung:
"Weil euch bishero der Mißbrauch eingeschlichen und seine Königliche Majestät allergnädigste Intention (Absicht) besagt, daß keiner mehr als 5 Gevattern bitten soll, also wollen wir Patroni, daß zukünftig niemals mehr denn 5 Paten admuttieret (gebeten) werden sollen. So aber jemand mit Consens unserer, einige mehr von seinen Gefreundt bitten wolle, so soll er der armen Kirche von jedem 6 Groschen erlegen, jedoch soll der numeren nicht über 7 gehen."
Unterschriften der beiden Glasower Patrone:
Georg Friedrich von der Lieppen - Kerl Moritz von der Gräben 
Christian Teichmann, Pfarrer

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Chronik der Gemeinden (Teil 5)

.... aus Glasow
Der Kirchturm und auch das Dach wurden immer wieder repariert. 
1753 steht im Rechnungsbuch folgendes:
"Auf Martini ist in Gegenwart der Frau von der Lieppen und des Herrn von der Gröben Kirchenrechnung gehalten und weil der Kirchturmbau in diesem Jahr angefangen und wirklich zustande gebracht worden, so ist die Ausgabe wie folgt:

Thaler Groschen
Vor Holz und Stammgeld 78 18
2000 Stück Mauersteine 11 
dem Zimmermann 111
dem Maurer 31
vor den Knopff 7 15
vor eine Eiche zu Dachschindeln 5
vor 100 Dachsteine 7 22
Brettschneiderlohn 5 16
vor Kalk Zoll 3
vor Nägel 8 7
vor Bier bei der Richte 2 2
Noch dem Selchowchen
Schmied für Nägel
und Glocke zu binden 4 2"

Der Bestand der Kirchenkasse reichte nicht aus, um diesen Bau zu bezahlen. Frau von der Lieppen legte die fehlende Summe aus. Über die entstandene Schuld der Kirche wurde folgender Schein ausgefertigt.

"Demnach Ihre hochwohlgeborene die Frau von der Lieppen als Patronin zur Erbauung des Glasowchen Kirchturmes ein Capital von 63 Thaler, 15 Groschen. 8 Pfennige zu 4 % Zins im Jahr vorgeschossen und zwar dergestalt, daß nun die Kirche derselben auch nur jedesmal 10 Thaler an Capital abgeben könnte. Die Frau Creditricin (Kreditorin) jedesmal zufrieden sein wollte, um dadurch der Kirche die Interesse (Zinsen) allermahl leichter zu machen. Damit aber die Frau Creditricin ration capitalieret Interesse (anteilig Kapital und Zinsen) versichert sein müsse, so favorisiert sich der hochwohlgeborene Herr Karl Friedrich von der Gröben als Compatronas dafür zu sehen und zu sorgen, daß dieselbe sowohl capitalieret Interesse (mit Kapitalanteilen und Zinsen) richtig befriedigt werden. Zu unserer Versicherung hat der Herr Compatronas Herr von der Gröben dieses eigenhändig unterschrieben.
Gez. Friedrich von der Gröben
C.E. Wittwe von der Lieppen, geborene von Schlabrendorff in Vormundschaft meines Sohnes Alexander Gustav von der Lieppen
Johann Friedrich Reuscher, Pastor loci"

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Chronik der Gemeinden (Teil 6)

Reparaturen an der Kirche Glasow
Es existiert ein Kirchenrechnungsbuch ab dem Jahr 1600. Darin sind viele kleine und größere Reparaturen aufgezählt. Leider oft nur der Geldbetrag und nicht der genaue Arbeitsaufwand. Die finanzielle Lage der Kirchengemeinde war so schlecht, daß nur immer das Nötigste zur Erhaltung gemacht werden konnte. Deshalb gibt es auch Eintra-gungen von Darlehen und Spenden für diese Zwecke.
Die meisten Reparaturen wurden am Dach und am Turm ausgeführt .
1846/47 wird von einer größeren baulichen Überholung berichtet, wobei der Turm sein heutiges Aussehen erhielt(ohne Uhr). Eine Wetterfahne mit der Jahreszahl 1846 wurde montiert. 1875, 1929, 1967 werden größere Reparaturen erwähnt. 1974 war der bauliche Zustandes Turmes so schlecht, daß die Glocken nicht mehr geläutet werden durften. 1976 begannen die umfassenden Instandsetzungsarbeiten am Turm. Er hatte sich 8 cm zum Kirchenschiff hin geneigt und mußte aufgerichtet und mit einem neuen Fundament versehen werden. Der Dachstuhl wurde gründlich überholt und mit neuen Dachsteinen eingedeckt. Auch innen wurde die Kirche umgestaltet.

1990 mußte der Turm komplett erneuert werden. Er wurde originalgetreu wieder herge-stellt. Nur statt der Schieferabdeckung wurde Kupferblech benutzt. Der Gesamtpreis betrug 75.000,--DM. In diesem Jahr müssen von Grund auf der Dachstuhl des Kirchen-schiffes und Teile des Simses erneuert werden. Die Vorbereitungsarbeiten dafür sind schon in Angriff genommen.

Die mit der Sanierung der Holzbalkendecke einhergehende Sanierung des Dachstuhls durch Bebeilen konnten das enorme Nachlassen der Tragwirkung des Dachstuhls nicht stoppen. Ein Holzschutzgutachten vom Juli 2000 wies aus, dass die Sicherheit des Dachstuhls nicht mehr gegeben ist. Daraufhin beschloss der Gemeindekirchenrat in Zu-sammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde den Neuaufbau.
Bei den vorbereitenden Massnahmen sollten lt. Gutachten folgende Details beachtet werden:
- Geometrie: Firsthöhe, Traufhöhe und Dachneigung müssen unverändert bleiben
- Statik: Das statische System des neuen Dachstuhls sollte in Anlehnung an das vorhandene System gewählt werden. Die Achsen der neuen Sparren sind zwischen die Achsen der Deckenbalken zu legen.
- Decke: Die vorhandene und 1976;78 verstärkte Holzbalkendecke sollte erhalten bleiben. 
- Ringanker: Es sollte unbedingt die Möglichkeit geprüft würden, einen Stahlbetonringanker vorzusehen
- Traufe: Die Erneuerung des Mauerwerks im Traufbereich erfolgt in der Form des jetzt sichtbaren Mauerwerks. 
- Dacheindeckung: Der von der Kirchengemeinde vorgeschlagenen Dacheindeckung mit roter Bieber-Kroneindeckung wird seitens der Behörde zugestimmt. Die Dachraumlüftung sollte über Trauf- und Firstentlüftung erfolgen.
- Blitzschutz: Die teilweise vorhandene Blitzschutzanlage muss ergänzt und eingemessen werden
- Traufpflaster: Zur Verbesserung des Feuchteschutzes an den Aussenmauern sollte
nach Beendigung der Dacherneuerung ein Traufpflaster vorgesehen werden
- Bestandsicherung: Der jetzige Bauzustand ist fotografisch zu dokumentieren

Über die notwendigen Sanierungsarbeiten der Kirche Mahlow in der kommenden Ausgabe !! 

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Chronik der Gemeinden (Teil 7)  Uwe Schüler

Dorfkirche Mahlow: 
Die Dorfkirche in Mahlow liegt an der vielbefahrenen Straße von Teltow/Potsdam nach Schönefeld; ein sehr unruhiger Platz. Aber die Vegetation schirmt die Kirche doch etwas vom Verkehr ab. Die Kirche gibt eine ganze Reihe von Rätseln auf. Außerdem ist sie im Laufe der Jahrhunderte stark verändert worden und hat nur noch eine ursprüngliche (?) Öffnung, das spitzbogige, einmal abgetreppte Westportal mit einem inneren Bogen aus großformatigen Ziegeln. Der ursprüngliche Grundriss war vermutlich sehr klein. Anfang 14. Jahrhundert: Baubeginn einer einfachen Rechteckkirche, deren ursprüngliche Öffnungen aufgrund der späteren Veränderungen nur schwer zu erschließen sind. Die Maße waren vermutlich nur 12,40 x 9,80 m, die Kirche gehörte damit zu den kleinen Rechteckkirchen mit nur einem Mittelportal (oder Westportal) und einem Längen/Breiten-\/erhältnis von 5:4. Die ursprüngliche Kirche war vermutlich sehr kurz und es ist vermutlich mit nur wenigen Fenstern zu rechnen. Rein theoretisch könnte es ursprünglich auch ein Apsissaal oder eine Kirche mit eingezogenem Chor gewesen sein; dies hatten wir jedoch aufgrund der Mauerwerksausführung und des Grundrisses für weniger wahrscheinlich.
1755-8 "Umbau". Vermutlich Einbruch des Südportals und Vergrößerung der Fenster. Das "Kreisinventar" und Pomplun (1960) datieren den Baubeginn der Kirche in das 13./14. Jahr-hundert, die "Bau- und Kunstdenkmale in der DDR" und der "Dehio" setzen ihn mit 13.Jahrhundert an.

Ortsgeschichte: Mahlow war ursprünglich ein ungefähr Ost-West orientiertes Angerdorf mit der Kirche etwa in der Mitte der Ost-West-Erstreckung (vgl. Historisches Ortslexikon für Brandenburg). Schlimpert (1972) leitet den Namen von einem slawischen Personennamen Mal her, also Ort eines Mal. Im Jahre 1287 schenkten Jacob v. Vorlant (Fahrland in Riedel CDB) und seine Tochter zwei Hufen in Mahlow dem Nonnen-Kloster Spandau. .... Die erste Hälfte des Dorfes wurde 1677 von Kurprinz Friedrich gekauft, die andere Hälfte von König Friedrich Wilhelm 1. 1729 wurde das Dorf dann zum Amt Köpenick gelegt.

Baustruktur: Einfache Rechteckkirche (17,30 m x 9,85 m). Der Chorbereich ist vermutlich nachträglich nach Osten verlängert worden (oder die Ostwand und kleinere Teile von Nord- und Südwand des östlichen Chores sind neu erbaut worden). Der veränderte Ostteil ist durch eine deutlich dünnere Wandstärke gekennzeichnet. Die ursprüngliche Länge des Kirchenschiffs betrug vermutlich nur 12,40 m. Ein barocker Fachwerkdachturm sitzt auf der Westseite des Daches auf. Die Kirche wirkt im Verhältnis zur (geringen) Länge und Breite sehr hoch.
Mauerwerksausführung: Das Mauerwerk ist lagig mit mäßig gut gequaderten Feldsteinen und regelmäßigen Zwischenschichten. Die durchschnittliche Lagenhöhe beträgt 22 bis 23 cm. Etwa ab der 12. Lage werden die Steine deutlich kleiner (Nordseite) und sind fast unbehauen. Auf der Südseite werden sie eher etwas größer, aber auch hier läßt der Grad der Quaderung nach. Die Ortsteine sind gut behauen und verzahnt. Die Westseite hat etwas größere Feldsteine, aber die Quader sind nur mäßig gut behauen.
Die Friedhofsmauer ist mit großformatigen Ziegeln gemauert, allerdings sind die Ziegel sicher unterschiedlichen Alters; z.B. ist der Nordeingang mit neuen, großformatigen und unverwitterten Ziegeln gemauert, dagegen scheint der Westeingang zum Friedhof älteren Datums zu sein. Die Ziegel sind bereits stark angewittert. Die Ziegel haben dort das Format 28,5-29,5 x 13,5-14 x 9-10 cm. Die Westwand scheint etwas dicker zu sein als die Seitenwände. Die Wände der Ostverlängerung sind wiederum signifikant dünner als die Seitenwände und natürlich die Westwand.

Portale und Fenster: Das (neue) Südportal hat eine Leibung aus Backsteinen mit dem un-gewöhnlich kleinen Format von 23 x 1 1 x 5 cm. Die Südseite hat drei große, rundbogige Fenster mit Ziegelgewände, die verputzt waren.
In der Ostseite sind zwei derartige Fenster. Die Ziegel der Sohlbank der östlichen Fensterblenden messen 28,5 x 13,5 x 9,5 cm. Die Ziegel sind kaum verwittert und eindeutig neueren Datums. Das Westportal ist spitzbogig und einmal abgetreppt. Die Leibung des äußeren Bogens besteht aus mäßig gut behauenen Feldsteinen, die relativ schlecht passen. Die Stärke beträgt ungefähr 27 cm, die Abtreppung 26 cm. Der innere Bogen besteht aus Ziegeln - stehende Binder - mit einem Format von 28,5 x 14 x 9 cm. Das Gewände ist mit dem Lagengefüge der Mauer schlecht verzahnt. Über dem Portal befindet sich ein Rundfenster. In der Nordseite sind drei Fenster, die in der Form und Größe mit den Fenstern der Südwand übereinstimmen.

Turm: Der Dachturm sitzt auf dem westlichen Drittel des Gebäudes und ist nach Westen abgewalmt. Er ist verbrettert und hat je zwei kleine, rechteckige Schallöffnungen auf der Ost- und Westseite, je eine Schallöffnung auf der Nord- und Südseite. .

Dächer: Das Satteldach des Schiffes ist nach Osten abgewalmt, sodass kein Ostgiebel vorhanden ist. Im Dach ist eine Fledermausgaube.

Innenausstattung: Glocke von 1508, Seit der inneren Neugestaltung verfügt die Kirche über einen Kanzelaltar, über dem die Inschrift "F.R." (Fidericus Rex) angebracht wurde.

Zur Sanierung stehen nun die Orgel und der alte historische Kanzelaltar an, ebenso wie die Dachbalken und die Erneuerung der Dachdeckung. Ein großes Stück arbeit, um das sich der Förderkreis Dorfkirche intensiv kümmert. Übrigens: am 7.7., 10.15 Uhr laden wir Sie ein zur KIRCHENFÜHRUNG IN MAHLOW mit Jan Feustel zu einer Kirchenführung. Sie dauert etwa eine Stunde.

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Chronik Glasow (Teil 8)  Christlieb Ludwig

1766 gab es eine weitere Geldabwertung . Im Kirchenrechnungsbuch heißt es dazu: "Für die in voriges Jahr abgeführte und reduzierte Müntzsorten welche von Herrn von der Lie-pen zur Umsetzung in gutes Geld sind gegeben worden: ..." Dann wurden die wenigen Geldstücke genannt.
Die Kirche besaß anscheinend Maulbeerbäume, denn ab 1766 taucht in den Einnahmen verschiedentlich die Position auf: "Vor der Maulbeerblätter".

1790 starb Pfarrer Reuscher, nachdem er 62 Jahre sein Amt geführt hatte. 1782 wurde ihm ein Adjunkt beigegeben, der das erste Jahr hier umsonst gearbeitet hat. 1790 wurde dann Christian Elias Goepel Pfarrer, der aber bereits 1796 "wegen seines Saufens" abge-löst wurde. Ihm folgte von 1797 bis 1825 Pfarrer Johann Carl Christian Wilhelm Sannow.

1793 wird erstmalig die Feuerversicherung für die Kirche, das Küsterhaus und anteilig für das Pfarrhaus in Jühnsdorf als Ausgabe belegt.

Pfarrer Sannow hat 1797 , als er sein Amt im Kirchenspiel antrat, im Kirchenregister vor den Eintragungen folgenden Vermerk eingeschrieben: "Bei meinem Amtsantritt beschwer-ten sich die Kindtaufväter, daß sie für die übrigen Gevattern 6 Groschen geben sollen und erklären, als dann nie wieder mehr als 5 Groschen zu nehmen, welches auch geschah. Dabei verlor aber die Caße alles. Ich stellte solches dem Herrn Probst Teller vor und er erlaubte in Hinsicht, daß wir künftig doch einige übrige Gevatterngelder erhalten, ich solle nur 4 Groschen für jeden übrigen Gevatter berechnen, und so kommen denn immer einige Groschen ein."

1798 erscheint im Kirchenregister folgende Eintragung: "Für Haltung des heil. Abend-mahls erhalte ich von der Gemeine jährlich 4 Groschen auf den 4. Advent. Hierüber ist eine gerichtl. Verhandlung bei den Acten im Blankenfeldschen Gericht."

1807 mußte die Kirche Kriegssteuern zahlen, 1808 ebenfalls und die Kirche mußte Kriegsfourage liefern und zwar Heu und Stroh. 1811 wurden pro Quartal 4 Groschen für die Gesetzessammlung ausgegeben, die sich beim Superintendenten befand und lt. Re-gierungsbefehl für den Currendeboten 20 Groschen im Jahr.

1812 hat Pfarrer Sannow mehreren Mitgliedern der Gemeinde das Kirchenvorsteheramt angetragen. Keiner wollte es annehmen. Dann hat er es dem Lehrer Bergemann angetra-gen, der es auch annahm. Pfarrer Sannow schreibt deshalb folgendes: "Ich stelle solches dem Wohllöbl. Patrimonal Gericht (Gerichtsbarkeit eines Großgrundbesitzers zur Aus-übung der ihm zustehenden Rechtsprechung) hierdurch vor und frage an: ob dieser Eine zum Kirchenvorsteher hinreichend ist? oder ob noch ein Mitglied seyn muß? So bitte ich von Gerichts wegen einen zu ernennen. Viel Geschäfte sind zwar nicht bei der Glasow-schen Kirche und wenn der Eine die 12 Groschen erhält, welche bisher 2 Kirchenvorste-her erhalten haben, so kann der Eine auch den Dienst vollkommen vorstehen." Auf der nächsten Seite des Kirchenrechnungsbuches steht dann: "da der Schullehrer Bergemann 1813 im Februar starb, so fehlte wieder ein Kirchenvorsteher; Das Patrimaonalgericht zu Blankenfelde bestellte also den Krüger Lorentz und den Bauer Friedrich Haberecht zu Kir-chenvorsteher."

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Chronik Glasow (Teil 9)  Christlieb Ludwig

Die Kirche befand sich 1813 in einem reparaturbedürftigen Zustand. Ein Angebot für die erforderlichen Bauleistungen wurde eingeholt. Etwas über 166 Taler sollte die Reparatur kosten. Die Patrone hielten die Reparatur aber nicht für notwendig. Manches von den Leistungen könne man selbst erbringen. 1816 schaltete sich die Regierung ein und wendete sich an den Landrat von Hake. Er solle dafür sorgen, dass der vom Prediger Sannow bezeichnete lebensgefährliche Zustand der Kirche und des Turmes sofort beseitigt wird. Er soll binnen vier Wochen an die Regierung berichten. Gesetzlich müssten die Patrone Materialien wie Kalk, Holz und Steine zur Verfügung stellen, Nebenleistungen und Arbeitslohn bezahlen. Der Rest ist nach einer Consistorialordnung vom 07.02.1710 von der Gemeinde zu bezahlen. Im Juni 1817 wird der Landrat von der Regierung aufgefordert, innerhalb von drei Wochen über den Stand der Renovierung zu berichten. Am 02.11. berichtet der Landrat, dass mit den Arbeiten begonnen wurde. Es gab dann noch einige Schwierigkeiten bei der Finanzierung.
1826 sind die aus dem Mittelalter stammenden Glocken umgegossen worden.
1846 wendet sich der Prediger Kallenbach an die Regierung in Potsdam und beschreibt den beklagenswerten Zustand der Kirche. Es tat sich nichts. Am 16. November schreibt der Prediger wider an die Regierung, da er auf seinen Brief vom 20.04. keine Antwort erhalten hatte. In dem Brief heißt es: "Die Kirche gewährt von innen und außen einen Anblick, daß es jedem zur Unehre gereicht, der in einer Beziehung zu ihr steht, was ich bei den diesjährigen Manöver recht schmerzlich empfunden habe, wo seine Majestät der König (Friedrich Wilhelm IV) durch das Dorf gekommen ist und die Kirche bei den Offizieren Anlaß zu den verschiedensten Bemerkungen gegeben hat … ." 1846/47 hat dann eine umfangreiche Reparatur stattgefunden, bei der der Turm wahrscheinlich seine jetzige Form erhielt, die Wetterfahne trug die Jahreszahl 1846. Interessant ist, dass der Kirchenvorsteher Stoof für seine "Mühewaltung beim Kirchenbau" eine Gratifikation von 4 Talern
erhielt.
1853 will die Gemeinde eine Kanzel mit Altarwand (die jetzt noch steht) bauen. Dem geht ein Schriftwechsel mit dem Superintendenten voraus. Der schreibt an den Prediger von Glasow am 17. März folgenden Brief:

"Geehrter lieber Herr Bruder!
Was die projektierte Reparatur in der Kirche zu Glasow, bestehend in einer Umstellung der Kanzel betrifft, so ist nach der Cabinets-Ordre vom 11. July 1845, wenn alle Interessenten einig sind, höhere Genehmigung nicht nötig. Nur dürfen die laufenden Ausgaben der Kirchenkasse nicht in Gefahr kommen. Daß die Kanzel, die seitwärts steht, über dem Altar angebracht werden soll, verstößt allerdings gegen die Cab. Ordre vom 21. August 1823, wonach bei Neubauten von Kirchen die Kanzel an einem Pfeiler zur Seite des Altars an dem nach Morgen liegenden Ende aufgestellt werden soll. Indeß wird in neuester Zeit oft davon abgewichen - z.B. in der neuen Stadtkirche zu Coepenick, in der noch viel neueren Phil. August Kirche in Berlin. Läßt sich also der von Ihnen ins Auge gefaßte Zweck, wahrscheinliche Vermehrung der Sitzgelegenheiten, nicht anders erreichen, so glaube ich, daß unbedenklich Ihr Projekt zur Ausführung kommen darf. 
In herzlicher Liebe und mit den innigsten Grüßen Ihr treu verbundener Bruder von Hengstenberg."

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Chronik (Teil 11)  Dr. Ulrike Kersting ,Archäologin

SPUREN UNSERER VORFAHREN
  Kirche hatte im Jahr 1813 an der Westseite noch eine Vorhalle mit einem Walmdach, 11 Fuß lang und 10 Fuß breit ( 1 Fuß = 25 - 35 cm). Das geht aus einem Kostenvoranschlag aus diesem Jahr für eine Reparatur hervor. Wann diese Vorhalle gebaut wurde und wann es wieder abgerissen wurde ließ sich bisher nicht feststellen. Die Patrone, die die Reparatur hätten veranlassen und bezahlen müssen, hielten diese Arbeiten nicht für notwendig, außerdem könne man manches selber machen.
Die Kirche muss sich im Jahr 1816 in einem miserablen Zustand befunden haben, denn am 16.11. 1816 schreibt die Regierung an den Landrat v. Hake. Er soll dafür sorgen, dass der vom Prediger Sannow bezeichnete lebensgefährliche Zustand der Kirche und des Turmes sofort beseitigt wird. Er soll binnen vier Wochen an die Regierung berichten. Gesetzlich müssten die Patrone Materialien wie Kalk, Holz und Steine zur Verfügung stellen, Nebenmaterialien und Arbeitslohn bezahlen. Der R est ist nach einer Consistorialordnung vom 07.10.1710 von der Gemeinde zu bezahlen.
Im Juni 1817 wird der Landrat aufgefordert innerhalb von drei Wochen zu berichten. Die Reparaturkosten für das Umdecken des Kirchendaches und des Turmes, den Kirchenraum umzudielen und Farbe betragen ca. 55 Taler. Die Gemeinde hat das Umdielen kostenlos gemacht. Anfang November 1817 berichtet der Landrat an die Regierung, dass mit der Renovierung der Kirche begonnen wurde. Er hat das Kammergericht um Vorschuss gebeten, da das Kirchenvermögen unzureichend ist und von "Eingesessenen von Glasow " noch Beiträge rückständig seien, die die noch fehlende Summe ausmachen würde.
Im Jahr 1818 ist die Kirchenreparatur noch immer nicht abgeschlossen, weil die Kirchgemeinde kein Geld hat. Der Landrat bitte nun die Regierung um Unterstützung. Der Patron v. Eckardstein will erst bezahlen, wenn der Patron Billerbeck bezahlt hat.
Im Jahr 1826 hatte die Glasower Kirche zwei aus dem Mittelalter stammende Glocken. Sie wurden in diesem Jahr umgeschmolzen und gleichzeitig wurden auch die notwendigen Ausbesserungen an Kirche und Turm vorgenommen. Fast jährlich fallen nun irgendwelche Reparaturen an. So werden 1830 600 Dachsteine benötigt.
Der zuständige Superintendent hat seinen Dienstsitz im Jahr 1836 in Charlottenburg. Der Superintendent fordert den Prediger Kallenbach auf, mit dem Glasower Hirten, der in wilder Ehe lebt, zu sprechen. Er solle "sich nach den Umständen näher erkundigen, ihn zu sich kommen lassen und ihn mit moralischen und religiösen Gründen zu ermahnen, von seinem Ärgerniß erregenden Verhältniß abzulassen und womöglich sich mit der Person, mit der er lebt, kirchlich zu verbinden". Der Prediger gab sich alle Mühe , den Auftrag des Superintendenten zu erfüllen, aber es gab so viele andere Probleme, dass er die Sache auf sich beruhen ließ.

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Chronik (Teil 10)  Christlieb Ludwig

Die  Kirche hatte im Jahr 1813 an der Westseite noch eine Vorhalle mit einem Walmdach, 11 Fuß lang und 10 Fuß breit ( 1 Fuß = 25 - 35 cm). Das geht aus einem Kostenvoranschlag aus diesem Jahr für eine Reparatur hervor. Wann diese Vorhalle gebaut wurde und wann es wieder abgerissen wurde ließ sich bisher nicht feststellen. Die Patrone, die die Reparatur hätten veranlassen und bezahlen müssen, hielten diese Arbeiten nicht für notwendig, außerdem könne man manches selber machen.
Die Kirche muss sich im Jahr 1816 in einem miserablen Zustand befunden haben, denn am 16.11. 1816 schreibt die Regierung an den Landrat v. Hake. Er soll dafür sorgen, dass der vom Prediger Sannow bezeichnete lebensgefährliche Zustand der Kirche und des Turmes sofort beseitigt wird. Er soll binnen vier Wochen an die Regierung berichten. Gesetzlich müssten die Patrone Materialien wie Kalk, Holz und Steine zur Verfügung stellen, Nebenmaterialien und Arbeitslohn bezahlen. Der R est ist nach einer Consistorialordnung vom 07.10.1710 von der Gemeinde zu bezahlen.
Im Juni 1817 wird der Landrat aufgefordert innerhalb von drei Wochen zu berichten. Die Reparaturkosten für das Umdecken des Kirchendaches und des Turmes, den Kirchenraum umzudielen und Farbe betragen ca. 55 Taler. Die Gemeinde hat das Umdielen kostenlos gemacht. Anfang November 1817 berichtet der Landrat an die Regierung, dass mit der Renovierung der Kirche begonnen wurde. Er hat das Kammergericht um Vorschuss gebeten, da das Kirchenvermögen unzureichend ist und von "Eingesessenen von Glasow " noch Beiträge rückständig seien, die die noch fehlende Summe ausmachen würde.
Im Jahr 1818 ist die Kirchenreparatur noch immer nicht abgeschlossen, weil die Kirchgemeinde kein Geld hat. Der Landrat bitte nun die Regierung um Unterstützung. Der Patron v. Eckardstein will erst bezahlen, wenn der Patron Billerbeck bezahlt hat.
Im Jahr 1826 hatte die Glasower Kirche zwei aus dem Mittelalter stammende Glocken. Sie wurden in diesem Jahr umgeschmolzen und gleichzeitig wurden auch die notwendigen Ausbesserungen an Kirche und Turm vorgenommen. Fast jährlich fallen nun irgendwelche Reparaturen an. So werden 1830 600 Dachsteine benötigt.
Der zuständige Superintendent hat seinen Dienstsitz im Jahr 1836 in Charlottenburg. Der Superintendent fordert den Prediger Kallenbach auf, mit dem Glasower Hirten, der in wilder Ehe lebt, zu sprechen. Er solle "sich nach den Umständen näher erkundigen, ihn zu sich kommen lassen und ihn mit moralischen und religiösen Gründen zu ermahnen, von seinem Ärgerniß erregenden Verhältniß abzulassen und womöglich sich mit der Person, mit der er lebt, kirchlich zu verbinden". Der Prediger gab sich alle Mühe , den Auftrag des Superintendenten zu erfüllen, aber es gab so viele andere Probleme, dass er die Sache auf sich beruhen ließ.

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Chronik (Teil 11)  Dr. Ulrike Kersting ,Archäologin

SPUREN UNSERER VORFAHREN
Auf mehreren Flurstücken bei Glasow, die der Kirchengemeinde gehören, liegen
archäologische Fundstellen - so genannte Bodendenkmale.
Seit 1926 kamen hier auf den Ackerflächen immer wieder mittelalterliche
Scherben und Feuersteingeräte an die Oberfläche. Sie wurden mit dem Pflug
aus tieferen Schichten nach oben befördert. Hier wurden sie dann aufgesammelt und dem zuständigen Amt oder Museum übergeben. Im Fall der zwei Fundstellen auf Gemeindegrund meldeten dies Pfarrer Zinkernagel und die
Archäologin Frau Reichwaldt, beide aus Blankenfelde.
Bei dem einen Fundort handelt es sich um die alte Dorfstelle "Glätze" am ehemaligen Blättersee. Hier wurden mittelalterliche Scherben aufgelesen. Pfarrer
Zinkernagel berichtet auch davon, dass "bei den alten Brunnenstellen
heutzutage die Pferde beim Ackern einbrechen."
Über der Erde unterscheidet sich ein solcher Fund-Platz durch nichts von seiner
Umgebung. Die früheren Gebäude sind lange verfallen, das Holz vermodert,
der Platz selbst seit Jahrhunderten überackert oder von Wald bedeckt.
Nur den Augen des Kundigen erschließt sich die Geschichte des Ortes, wenn
durch Bodenbearbeitung an die Oberfläche gebrachte Keramikscherben, Knochenfragmente und zuweilen auch kleine Metallgegenstände von den Überresten einer menschlichen Ansiedlung aus längst vergangener Zeit künden.
Diese eher unscheinbaren Zeugnisse lassen ahnen, dass sich vielerlei Reste
einer ehemals existierenden Siedlung noch im Boden erhalten haben. Tatsächlich
bleibt der gesamte "Unterbau" einer Ansiedlung im Boden bewahrt.
So sind die Pfostenlöcher der Gebäude, Vorrats- und Abfallgruben, Feuerstellen, Keller, Brunnen und andere eingetiefte Anlagen meist als dunkle Verfärbungen im anstehenden Boden erhalten. Auch steinerne Fundamente und
Steinpflasterungen aus dem Mittelalter sind unterirdisch oft noch in
Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinden Mahlow und Glasow 17
gutem Zustand. Aus der Zusammensetzung der festgestellten Gebäude und
Anlagen mit den darin enthaltenen Gegenständen aus Keramik, Knochen, Metall,
manchmal auch Leder und Holz kann der Archäologe begründete Aussagen
zu Struktur, Funktion und Alter der Siedlung treffen. Man kann sagen,
dass sich an solchen Fund-Plätzen ein "ungeschriebenes Archiv" im Boden
befindet, gerade aus einer Zeit, aus der keine oder nur spärliche schriftliche
Überlieferungen existieren.
So wissen wir fast gar nichts über diese alte Dorfstelle "Glätze", südwestlich
von Glasow. Schaut man im Brandenburgischen Namenbuch nach, so wird
darauf verwiesen, dass "Glätze" eventuell mit Glasow (von slawisch glaz'je -
großer Stein) verwandt sein könnte. Auf alten Karten wird diese Fundstelle als
"alte Dorfstelle" bezeichnet, ein Flurname, der sehr häufig die einzige Überlieferung solcher ehemaligen Ansiedlungen ist.
Der zweite Fundort liegt unweit nördlich des ersten; auch hier kamen mittelalterliche Scherben und Feuersteingeräte beim Ackern an die Oberfläche. Die Funde der beiden Fundorte kann man zeitlich dem Mittelalter und der frühen
Neuzeit - 13. bis 16./17.Jahrhundert - zuordnen. Die an beiden Stellen gefundenen Feuersteinwerkzeuge zeigen allerdings, daß hier schon seit der Jungsteinzeit - etwa seit dem 4.Jahrtausend v.Chr. - Menschen lebten. Bei dem
zweiten Fundort muß es sich nicht unbedingt auch um eine Dorfstelle handeln.
Es kann sein, dass hier nur der "Abfall" der Dorfbewohner immer wieder aufs
Feld gebracht wurde, um so feuchte Stellen im Gelände auszugleichen.
Alle Funde gelangten ins Museum des Teltow, welches im Februar 1927 gegründet wurde. Nachdem dieses als Kreismuseum zuerst in Zossen eigene
Räumlichkeiten hatte, zog es im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 um
nach Mahlow. Ausbleibende Besucher veranlaßten den Rat des Kreise 1968
das Museum zu schließen. Heute befinden sich alle archäologischen Funde
des Museums im Brandenburgischen Landesmuseum in Wünsdorf unter der
Bezeichnung 'Sammlung Mahlow'.

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(c) 2000 Christlieb Ludwig
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